klau|s|ens und das geständnis des wolfgang b. im kölner kunstfälscherprozess – www.klausens.com

klau|s|ens, dann also das geständnis.

erst die "verständigung" nach § 257 c StPO und dann das erste geständnis, oder teilgeständnis. der beginn.

wann?

am 27.9.2011. wolfgang b. durfte anfangen.

was sagte er?

er sagte viel. zuerst meinte er, dass er alle bilder gemalt hätte, um die es ginge.

das haben wir schon vermutet.

dann nahm er aber irgendwie eine hauptschuld auf sich, indem er sagte, er allein habe entschieden, welche bilder wo und wie in den handel gelangten.

er will die anderen so freisprechen.

gewiss. so habe er seine frau gar nicht in diese geschäfte ziehen wollen, aber …

es ist dann passiert.

und die schwester seine frau … das war, als seine frau so schwer erkrankt war …

dann musste die schwester ran.

ja, er will diese beiden personen schützen oder beschützen, auf jeden fall die schuld auf seite der frauen mildern.

das ist nobel.

gewiss: das ist nobel. so heißt es bei der schwester jeanette s., sie habe zwar gewusst, dass die provenienz der bilder nicht stimmte, aber sie habe nie gewusst, dass die bilder falsch seien. oder gefälscht seien. oder von ihm gefäscht seien. irgendwie so.

du musst schon genau sein!

ich muss mir so viel merken, in diesem saal da. so viele informationen. sie rufen dauernd ein schreibverbot aus, für das publikum, was auch wieder zeigt, wie die dinge in köln um die kunst und diesen prozess gehandhabt werden.

und hat er denn geschildert, wie er gefälscht hat?

gewiss, aber nicht alles. er will nicht, dass sein tricks und kniffs dann anderen fälschern dienen. (siehe auch LIVE-gedichte unter http://www.klausens.com/klausens-und-der-grosse-koelner-kunstfaelscherprozess.htm )

das ist auch nobel.

ich denke, das ist klugheit.

wieso?

dieser mann, dieser wolfgang b., hat nun so viel wissen aufgehäuft, dass er nach der  haft eine neue karriere als legaler experte für kunst anfangen kann.

findest du?

man hört es, so wie er die dinge benennt … und er verkündet es auch selbstbewusst: er weiß verdammt viel über alles. er lacht über derzeitige kunst-"experten" und fordert den freien und neutralen experten, der nicht anders noch in den kunstmarkt verstrickt ist. einen kunstmarkt, den er zudem verachtet, der wolfgang b.

was war denn der kern? des gestehens? also des fälschens?

es gibt viele kerne: nachlesen, angucken, museen aufsuchen, sich befassen, die werkgeschichte kennen, wissen, welche formate die künstler bevorzugten, alles das. da steckt also "zuwendung" zum künstler drin, den er fälschen will.

er musste also kunstexperte werden, um gut fälschen zu können.

und es hat ihn auch interessiert. ihm geht es nicht ums geld, meinte er. das glaubt man ihm sogar. wenn er geld hat, dann gibt er es aus und lebt und macht. er soll 5 millionen in das haus in freiburg gesteckt haben, wie er selber sagt.

viel!

ja, aber er will es dann auch so machen, wie er sich das vorstellt. das haus ist dann gewissermaßn auch sein "kunstwerk". es geht nicht ums geld, sondern um die sache. um die kunst. um die zuwendung.

dafür braucht er geld.

ja, irgendwann gibt es selbstläufer. du brauchst mehr und noch mehr.

so hat sich alles entwickelt.

seit 1984 wohl. da fing es an. in krefeld. im "das café" in der tannenstraße. da traf er auf jenen otto s.-k., mit dem er bis 1989 die ersten geschäfte zusammen machte. aber dann haben sie sich wohl überworfen. da ging es um die bezahlung eines bildes. ich vermute mal: um die geldaufteilung. es gab eine pause in der "werksbeziehung" der beiden.

seine frau?

die hat er doch erst 1992 kennengelernt. und er wollte wohl mit ihr zusammen offenbar bilder verkaufen, um nicht geld an o. s.-k. zu verlieren. die idee war wohl: was soll ich da noch leute beteiligen, wenn ich es billiger haben kann?

gedanken, die man auch von bankräubern kennt.

ja, aber wolfgang b. ist anders: er spielt. es macht ihm freude. er fälscht, und es ist schön, dass die fälschungen ankommen. dieses spiel ist ihm wichtiger als geld. geld ist auch mittel zum spielen.

so also.

und er hat sich dann bilder gekauft, in farben und formen, aus verschiedenen ländern, um auf "originalen" zu fälschen. er hatte dann ein kleines lager. spannrahmen und keilrahmen, länderspezifisch, altersspezifisch, größenspezifisch.

und wenn er dann fälschen wollte?

dann nahm er ein bild aus genau jenem land, aus genau jener zeit, mit genau jener größe … und entfernte die vorfarbe. er hatte gerne bilder, wo kaum farbe drauf war, vom vorgängerkünstler.

und so konnte er dann auf scheinbar echtem material sein handwerk beginnen.

ja, genau so. und es klappte ja gut, bis hin in museen und werkverzeichnisse gelangten bilder von ihm. das befriedigte ihn: "meine bilder werden als bilder von großen malern angesehen. also bin ich auch einer." so ähnlich dachte er wohl.

das machte ihn stolz.

… was wir verstehen können. er, der durch die welt gondelte, von A nach B, im bus, und sonstwie, der auch in amsterdam wohnte, auf dem hausboot, er ist einer, der auch gerne als "hippie" bezeichnet wird, oder "freak". auf jeden fall hat er eine unbekümmerte art, die ihn sympathisch macht.

unspießerisch. locker. frei.

genau, und er wirkt auch sehr menschennett und freundlich vom wesen. ihm traut man das "spiel" als spiel zu, die freude an der fälschung, das hineinwachsen in ein thema … bis hin zum versinken im strudel, und dann wird es schlimmer und schlimmer.

man braucht ein konto in andorra.

und für dieses konto hatte er eine wohnung da, oder ein appartement.

und so wurde alles schlimmer und schlimmer, die beträge höher, und die verstrickung zweier schwestern kam hinzu …

… und auch die trennung und das wiederzusammenkommen mit o. s.-k. – der führte dann z.b. den ruhm-kunst-experten-professor spies nach frankreich, um ihm da das ernst-bild vorzustellen.

frankreich?

da hatten sie doch die domäne, bei montpellier. und da lässte man dann prof. spies als experten einfliegen, um ein bild zu bewerten.

große sache!

ja, eine große sache. aber wolfgang b. ist schlecht auf den kunstmarkt zu sprechen. auch schlecht auf prof. hanstein, der ihm damals ein bild abkaufte, ohne zu sagen, dass er es selber kaufte, auf eigene rechnung. wolfgang b. empfindet das als nicht fair und nicht anständig.

ach, er hat doch viel zu erzählen.

gewiss. aber dann  war erst einmal schluss. jetzt kommen die anderen drei. und dann kann wolfgang b. wieder dinge hinzufügen. über seine arbeit mit otto s.-k. sagte er praktisch nichts, meinte aber, er wolle erst diesem vortritt lassen und hören, was der zu sagen habe.

die haben sich über bilder gestritten?

es gab wohl fälle, wo die beträge, die erzielt wurden, nicht übereinstimmten. ein thema für sich: wer haut dann wen übers ohr, innerhalb der fäscher"bande"?

klau|s|ens, nicht dass du mich betrügst? wegen unserer bilder? und den millionen? tu’s bitte nicht!

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